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Zahlen und Fakten rund ums Weißblechrecycling

Bezahlen auch Verbraucher Lizenzentgelte an das Duale System? Wie setzt sich der wieder verwertete Schrott im Einzelnen zusammen? Wie sieht das Weißblechrecycling europaweit aus? Hier finden Sie die Antworten:

 

Recyclingrate / Verwertungsquote

Im Jahr 2003 sind insgesamt rund 575.000 Tonnen Weißblech in Deutschland verwendet worden. Davon wurden gut 456.000 Tonnen recycelt – zu neuen hochwertigen Produkten. Unterm Strich wurden demnach rund 80 Prozent aller Weißblechverpackungen wieder verwertet. Damit wurde die von der Verpackungsverordnung geforderte Recyclingrate von 70 Prozent deutlich überschritten.

 

Lizenzentgelte

Die einfache Sortierbarkeit per Magnet macht die Rückführung von Weißblechverpackungen deutlich kostengünstiger als die anderer Leichtverpackungen. Das Lizenzentgelt an das Duale System beträgt pro Tonne Weißblechverpackungen nur 286 Euro. Damit ergibt sich auf der Entsorgungsseite ein Kostenvorteil für Weißblechverpackungen.

 

Littering

Das Wort „litter“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „Abfall“. Der Begriff meint das wilde Entsorgen von Müll. Der Anteil von Getränkeverpackungen beim Littering ist keineswegs so hoch wie es scheint. Ergebnisse einer Studie des Rheinisch-Westfälischen TÜV zeigen: Der Anteil der Getränkeverpackungen an der gesamten Littering-Menge beträgt nur sechs Prozent. An erster Stelle der achtlos weggeworfenen Verpackungen stehen Schachteln und Kartons. Am stärksten beeinträchtigt wird das Erscheinungsbild der Umgebung jedoch durch Nicht-Verpackungen wie weggeworfene Plastikfolien, Tragetaschen und Säcke (24,5 Prozent), gefolgt von Zeitungen und sonstigen Drucksachen (17 Prozent) sowie Sperrmüll (9 Prozent) und Textilien (6,5 Prozent).

 

Eingesetzter Stahlschrott

Weißblechschrott aus den Sammlungen der Dualen Systeme wird inzwischen von zwölf deutschen Stahlwerken eingesetzt. Der mittlere Schrotteinsatz in Deutschland beträgt rund 400 Kilogramm pro Tonne Rohstahl. Insgesamt werden in Deutschland jährlich ca. 20 Millionen Tonnen Schrott wieder verwertet. Etwas mehr als eine halbe Millionen Tonnen davon sind Weißblechverpackungen, die als hochwertige Stahlprodukte vollständig in den Kreislauf zurück gelangen.


Abfall aus Einweg und Mehrweg

Eine Studie des Umweltbundesamtes (UBA-II-Studie) hat u.a. gezeigt, dass die Weißblech-Getränkedose weniger Abfälle verursacht als das vergleichbare Mehrwegsystem.




Einsparung von Ressourcen

Durch das Recycling von Getränkedosen, Lebensmitteldosen und anderen Weißblechprodukten werden Ressourcen geschont und Energie eingespart. Pro Tonne wieder verwerteten Weißblechschrotts werden unter anderem 1,5 Tonnen Eisenerz, 665 Kilogramm Kohle und rund 200 Kilogramm Kalkstein eingespart.

 

Weißblechrecycling in Europa

Auch Europaweit kann sich das Weißblechrecycling sehen lassen. Mit einer Verwertung von über 2 Millionen Tonnen konnte 2002 die Menge erfasster und dem Recycling zugeführter Weißblechverpackungen in Europa gegenüber dem Vorjahr um 8 Prozent gesteigert werden.

 

Die europäischen Weißblechhersteller haben damit ihr für 2005 freiwillig gesetztes Ziel von 60 Prozent bereits heute erfüllt. Weißblech trägt ganz wesentlich dazu bei, dass die EU-Vorgabe für das Recycling von Metallverpackungen (Weißblech und Aluminium), die in der Verpackungsverordnung für das Jahr 2008 mit 50 Prozent festgeschrieben ist, erreicht wird.

 

Ressourceneinsparung durch Materialoptimierung

Die Rückführung gebrauchter Weißblechverpackungen in den Stahlkreislauf spart große Mengen an Ressourcen ein. Ein weiteres Mittel zur Ressourcenschonung ist die Gewichtsverringerung der einzelnen Verpackungen. Allein seit Anfang der 1990er Jahre hat sich das Gewicht der 33-Zentiliter-Getränkedose von 33 auf 25 Gramm verringert. Dies entspricht einer Gewichtseinsparung von rund einem Viertel. Bei der Markteinführung in den 1950er Jahren wog die gleiche Dose noch 83 Gramm.

 

Zinnbeschichtung, Aluminiumdeckel, Lacke und Compounds

Die Zinnbeschichtung ist für das Recycling kein Problem, da der Zinngehalt im Weißblechschrott außerordentlich niedrig ist – er liegt im Promillebereich (circa zwei Gramm pro Quadratmeter Weißblech und Seite). Außerdem wird Weißblechschrott im Stahlwerk in der Regel gemeinsam mit anderen Stahlschrotten eingesetzt. Zur Erzeugung zinnlegierter Stahlgüten (etwa für Transformatorenbleche) wird sogar gezielt Weißblechschrott als Legierungsmittel eingesetzt. Auch der Aluminiumdeckel von Getränkedosen wirkt sich nicht störend auf den Recyclingprozess aus. Das Aluminium oxidiert während der Stahlschmelze und geht in die anfallende Schlacke über, die im Bauwesen Verwendung findet. Bei diesem Prozess wird Energie frei, die genutzt wird, um zusätzlichen Schrott einzuschmelzen.

 

Durch Lacke, Compounds und Restanhaftungen, etwa Reste von Etiketten, treten keine Probleme beim Recycling auf. Dies liegt unter anderem daran, dass der Recyclingprozess bei Temperaturen von rund 1.600 Grad Celsius stattfindet, bei denen Farben und Lacke vollständig verbrennen.

 


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